Es fällt mir schwer an etwas anderes zu denken: Was meint Frau Merkel, wenn sie hintenrum durchblicken läßt, dass es bisher bei Sicherheitsüberprüfungen von Kernkraftwerken Tabus gegeben haben soll? Gruselig gruselig.
Aber zurück zum meinem eigenen Krebs.
Heute war das Abschlußgespräch mit meinem Chemo-Arzt. An sich nichts weltbewegendes.
Er hat den Zeitraum der Blutgerinnungsverringerung von einem halben Jahr auf ein Vierteljahr verkürzt. Er ist Experte auf diesem Gebiet. Die Ursachen seien beseitigt und es läge keine Veranlagung vor.
Über die Kur haben wir auch gesprochen. Er ist "auf meiner Seite". Ich werde ihm meine Begründung mailen und er wird auch eine Begründung, fußend darauf, schreiben. Auch werde ich nochmal mit den Leuten von der Wunschklinik reden, ob sie mir nicht bei der Argumentation etwas helfen können, von wegen Sportorientierung und so, damit ich auch nicht etwas behaupte, was so nicht stimmt.
Am Mittwoch komme ich ins Krankenhaus, aber ich befürchte, dass dann der Ausbau des Stomas noch nicht gleich anfängt. Der Grund ist, dass ich erst seit heute kein Marcumar mehr nehmen soll. Wenn ich operiert werde, muß meine Blutgerinnung normal sein. Das Marcumar wirkt aber mehrere Tage nach. Und Medikamente zum Kompensieren gibt es zwar, aber die sind eigentlich nur für den Notfall gedacht. Na mal sehen, was die im Krankenhaus sagen.
Ich kann nicht anders und muß noch eine Frage zur Japanatomkrise stellen: Warum brauchen manche Politiker erst ein reales Beispiel, um das Konzept des Restrisikos zu verstehen? Und warum beschimpfen sie alle, die das schon vorher verstanden hatten, als rückwärtsdiskutierende Ideologen? Sind die vielleicht ein bisschen - naja geistig nicht so äh - also aber Frau Merkel ist doch Wissenschaftlerin...
...ok, das waren jetzt zwei Fragen und eine Vermutung.
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Dienstag, 15. März 2011
Krebs auf noch höherer Ebene
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Sonntag, 6. März 2011
Dunkel, Licht und Dämmerung
Müde vom Schlafentzug durch Rumtabumtamusik sind meine Gedanken von drei Fragen erfüllt:
1. Warum muß ein Nest wie Bickendorf einen eigenen Veedelszoch haben?
2. Warum muß der direkt unter meinem Fenster starten und enden?
3. Warum müssen die schon um Sieben mit dem Lärm anfangen und das am Sonntag?
... naja so hat jeder seine eigenen Probleme und die lässt man sich nicht nehmen.
Noch 9 Tage bis zur Stomazurückverlegung. Ich habe mich seit langem, wenn nicht gar seit Anbeginn von Allem, auf einen Krankenhausaufenthalt so gefreut.
Bezüglich der Kur gibt es als Neuigkeiten nur, dass es nichts Neues gibt. Ich habe nachgefragt, inwieweit man schon den Antrag abgeben kann und sollte. Es wurde mir gesagt, dass das nicht sinnvoll sei. Der Antrag muss vom Chemo-Arzt gestellt werden. Der ist aber erst am Montag (14. 3. 11) wieder im Lande. Am Montag hab ich auch mein Chemo-Abschlußgespräch. Vorher Stress zu machen sei nicht wirklich erforderlich. So muss ich jetzt erst bis dahin meine ausführliche Begründung (Weiß immer noch nicht, was der Unterschied zwischen einer Begründung und einer ausführlichen Begründung ist) fertig haben.
Ich wollte ein Foto vom "Zoch" machen, aber jetzt um zwölf ist der Spuk schon vorbei. Helau und Alaaf.
1. Warum muß ein Nest wie Bickendorf einen eigenen Veedelszoch haben?
2. Warum muß der direkt unter meinem Fenster starten und enden?
3. Warum müssen die schon um Sieben mit dem Lärm anfangen und das am Sonntag?
... naja so hat jeder seine eigenen Probleme und die lässt man sich nicht nehmen.
Noch 9 Tage bis zur Stomazurückverlegung. Ich habe mich seit langem, wenn nicht gar seit Anbeginn von Allem, auf einen Krankenhausaufenthalt so gefreut.
Bezüglich der Kur gibt es als Neuigkeiten nur, dass es nichts Neues gibt. Ich habe nachgefragt, inwieweit man schon den Antrag abgeben kann und sollte. Es wurde mir gesagt, dass das nicht sinnvoll sei. Der Antrag muss vom Chemo-Arzt gestellt werden. Der ist aber erst am Montag (14. 3. 11) wieder im Lande. Am Montag hab ich auch mein Chemo-Abschlußgespräch. Vorher Stress zu machen sei nicht wirklich erforderlich. So muss ich jetzt erst bis dahin meine ausführliche Begründung (Weiß immer noch nicht, was der Unterschied zwischen einer Begründung und einer ausführlichen Begründung ist) fertig haben.
Ich wollte ein Foto vom "Zoch" machen, aber jetzt um zwölf ist der Spuk schon vorbei. Helau und Alaaf.
Dienstag, 22. Februar 2011
Chemo ist vorbei
Hurra, wieder ein "Meilenstein" abgehakt. Die vier Runden Chemo sind jetzt vorbei. Alles in Allem muß ich sagen, dass ich das relativ locker weggesteckt habe. Ein bisschen erhöhte Empfindlichkeit im Mund und ein bisschen Müdigkeit war im Prinzip alles.
Momentan bin ich dabei, mich um die Reha zu kümmern. Ich plane eine ambulante Variante. Meine Krankenkasse und die zuständige Rentenversicherungsanstalt werden da miteinander verhandeln, ob das möglich ist. Das Problem ist, dass die von mir präferierte Klinik in Leipzig ist, und da müssen wir (meine Krankenkasse und ich) der Rentenversicherungsanstalt klar machen, dass das ok ist. Es geht darum, dass ambulante Maßnahmen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Weise erreichbar sein müssen. Also muss ich in der Zeit in Leipzig wohnen. Dass das für mich kein Problem ist, ist hier zu verklickern. Mal sehen, ob 's klappt.
Wenn 's klappte (oder heißt das "kläppte"? (War 'n Scheerz)), dass wäre Super. Die Klinik ist cool (sehr sportorientiert) und in Leipzig zu sein, ist auf jeden Fall obercool. Da kann ich meinen dritten Enkel wachsen sehen - und das ist nur einer der Highlights...
Momentan bin ich dabei, mich um die Reha zu kümmern. Ich plane eine ambulante Variante. Meine Krankenkasse und die zuständige Rentenversicherungsanstalt werden da miteinander verhandeln, ob das möglich ist. Das Problem ist, dass die von mir präferierte Klinik in Leipzig ist, und da müssen wir (meine Krankenkasse und ich) der Rentenversicherungsanstalt klar machen, dass das ok ist. Es geht darum, dass ambulante Maßnahmen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Weise erreichbar sein müssen. Also muss ich in der Zeit in Leipzig wohnen. Dass das für mich kein Problem ist, ist hier zu verklickern. Mal sehen, ob 's klappt.
Wenn 's klappte (oder heißt das "kläppte"? (War 'n Scheerz)), dass wäre Super. Die Klinik ist cool (sehr sportorientiert) und in Leipzig zu sein, ist auf jeden Fall obercool. Da kann ich meinen dritten Enkel wachsen sehen - und das ist nur einer der Highlights...
Dienstag, 8. Februar 2011
Port vs. Stoma
Ich muß hier mal ein mögliches Mißverständnis ausräumen. Bei meinem Krankenhausaufenthalt letzte Woche wurde nicht der Stoma zurückverlegt, leider. Man hat mir lediglich den Port entfernt, also das Teil, wo sie mir immer die Chemotherapie-Drogen eingefüllt haben. Die müssen jetzt also in altmodischer Weise über die Venen am Arm verabreicht werden. Ist aber ja nur noch eine Woche, so dass das nicht so schlimm ist. Im Nachhinein frag ich mich natürlich, ob das mit dem Port überhaupt so eine gute Idee war - alles in Allem. Ich hab eigentlich gute Venen. Die hätten das vermutlich ausgehalten. Andererseits weiß ich nicht, was in diesem Fall für Risiken zugeschlagen hätten. Wie man's macht ...
Am Freitag und heute war ich bei meiner neuen Hausärztin, Frau Dr. Punskaja, (die Dr. Hollmann "beerbt", der jetzt im Ruhestand ist und dessen Verdienst es ist, dass der Krebs bei mir (vermutlich) rechtzeitig entdeckt wurde). Es ging im Wesentlichen um die Einstellung der Marcumar-Dosis. Das ist immer mit Blutabnehmen verbunden. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Nächste Woche muß ich wieder hin. Früh um Acht! Da wird wieder Blut abgenommen. Das wird dann ins Labor geschickt und Nachmittag bekomme ich dann einen Anruf, wie die tägliche Dosis für die nächste Woche ist. Das geht immer so weiter. Wenn sich die Lage stabilisiert, muß ich dann vielleicht nur noch aller 14 Tage oder seltener zum Check.
Naja jetzt hab ich auch begriffen, dass man diese Sachen (also auch die Thrombosespritzen) immer lieber abends nimmt. Ich hatte sie immer früh genommen.
Die Thrombosespritzen kann ich jetzt zum Glück auch weglassen. Unnötig zu erwähnen, dass Selberspritzen nochmal eine Steigerung des (Maso-)Spasses war. Ade euch!
Diesen Freitag darf ich nochmal im Krankenhaus antanzen, zum Fäden ziehen.
Nächste Woche ist dann wieder Chemo. Und dann - nach drei Wochen Erholung - kann endlich auch der Stoma zuückverlegt werden. Licht am Ende des Tunnels.
Und dann kommt die Reha. Ich werde mir was raussuchen mit viel Sport. Ich hab da schon so eine Idee...
Am Freitag und heute war ich bei meiner neuen Hausärztin, Frau Dr. Punskaja, (die Dr. Hollmann "beerbt", der jetzt im Ruhestand ist und dessen Verdienst es ist, dass der Krebs bei mir (vermutlich) rechtzeitig entdeckt wurde). Es ging im Wesentlichen um die Einstellung der Marcumar-Dosis. Das ist immer mit Blutabnehmen verbunden. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Nächste Woche muß ich wieder hin. Früh um Acht! Da wird wieder Blut abgenommen. Das wird dann ins Labor geschickt und Nachmittag bekomme ich dann einen Anruf, wie die tägliche Dosis für die nächste Woche ist. Das geht immer so weiter. Wenn sich die Lage stabilisiert, muß ich dann vielleicht nur noch aller 14 Tage oder seltener zum Check.
Naja jetzt hab ich auch begriffen, dass man diese Sachen (also auch die Thrombosespritzen) immer lieber abends nimmt. Ich hatte sie immer früh genommen.
Die Thrombosespritzen kann ich jetzt zum Glück auch weglassen. Unnötig zu erwähnen, dass Selberspritzen nochmal eine Steigerung des (Maso-)Spasses war. Ade euch!
Diesen Freitag darf ich nochmal im Krankenhaus antanzen, zum Fäden ziehen.
Nächste Woche ist dann wieder Chemo. Und dann - nach drei Wochen Erholung - kann endlich auch der Stoma zuückverlegt werden. Licht am Ende des Tunnels.
Und dann kommt die Reha. Ich werde mir was raussuchen mit viel Sport. Ich hab da schon so eine Idee...
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Dienstag, 18. Januar 2011
Die Aufgabe
Heute hat die dritte Chemorunde angefangen. Oder - positiv formuliert - die vorletzte. War auch trunusmäßig beim Arzt. Ist alles paletti.Schön ist, dass das Wetter und die Straßenverhältnisse es zulassen, dass ich mit dem Fahrrad fahren kann. Das, das Laufen und die gelegentlichen Takwondo-Übungen, sagt mir, dass ich ganz schön "runtergeschludert" bin - hinsichtlich Kondition, Kraft, Dehnung und Beweglichkeit. Zudem entwickelt sich mein Gewicht auch in eine Richtung, die mir nicht genehm ist (über 80 und so). Dann habe ich also eine Aufgabe.
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Nixmas
Die Wintersonnenwende ist gefeiert, die Mondfinsternis hab ich verschlafen - und den Skypeblackout übersteh ich auch.
Ferner findet momentan auch die zweite Chemotherapie (von vier) statt. Diesmal verspür ich nicht mal verstärkte Müdigkeit. Genau am 24. ist die letzte "Gabe".
Kurzum, mir geht es gut. Und wenn das so bleibt, werd ich vermutlich dieses Jahr nichts mehr schreiben - versprochen.
... also nicht die warmen Schühchen vergessen, denn es ist kalt da draussen (I got you babe).
Ferner findet momentan auch die zweite Chemotherapie (von vier) statt. Diesmal verspür ich nicht mal verstärkte Müdigkeit. Genau am 24. ist die letzte "Gabe".
Kurzum, mir geht es gut. Und wenn das so bleibt, werd ich vermutlich dieses Jahr nichts mehr schreiben - versprochen.
... also nicht die warmen Schühchen vergessen, denn es ist kalt da draussen (I got you babe).
Dienstag, 7. Dezember 2010
O.B.
Gestern war ich zur Chemo-Laboruntersuchung. Was alles ok.
Die nächste Chemo-Runde ist in der Vorweihnachtswoche. Dann kommt noch eine im Januar und eine im Februar. Im März wird dann - hoffentlich - endlich - der Stoma zurückgelegt. Und dann beginnt irgendwann danach die Reha. Die geht wohl so einen Monat. Genauer kann man dies aber erst ein paar Wochen vorher absprechen.
Danach fange ich an, wieder zu arbeiten. Das wird so April oder gar Mai 2011. Dabei kommt das sogenannte Hamburger Model zur Anwendung. Das bedeutet, dass ich innerhalb von 1-2 Monaten von wenigen Stunden täglich auf 8 Stunden "hochfahre" - ständig kontrolliert durch den behandelnden Arzt. Das Tempo des Hochfahrens bestimme im wesentlichen ich selbst. Juristisch gesehen bin ich in dieser Zeit immer noch krank geschrieben. D. h. die Bezahlung erfolgt noch durch die Krankenkasse.
Die nächste Chemo-Runde ist in der Vorweihnachtswoche. Dann kommt noch eine im Januar und eine im Februar. Im März wird dann - hoffentlich - endlich - der Stoma zurückgelegt. Und dann beginnt irgendwann danach die Reha. Die geht wohl so einen Monat. Genauer kann man dies aber erst ein paar Wochen vorher absprechen.
Danach fange ich an, wieder zu arbeiten. Das wird so April oder gar Mai 2011. Dabei kommt das sogenannte Hamburger Model zur Anwendung. Das bedeutet, dass ich innerhalb von 1-2 Monaten von wenigen Stunden täglich auf 8 Stunden "hochfahre" - ständig kontrolliert durch den behandelnden Arzt. Das Tempo des Hochfahrens bestimme im wesentlichen ich selbst. Juristisch gesehen bin ich in dieser Zeit immer noch krank geschrieben. D. h. die Bezahlung erfolgt noch durch die Krankenkasse.
Freitag, 26. November 2010
Chemowoche
Einer Woche Chemotherapie steckt nun in meinen Adern. Es gab keine echten Nebenwirkungen, außer dass ich heute so schlapp war, dass ich mittags 2 Stunden geschlafen habe. Auch jetzt am frühen Abend (20:40) denke ich darüber nach, schon Schlafen zu gehen.
Ich bin jeden Tag mit dem Fahrrad gefahren, es sind ca. 5 km - eine Strecke. Wieder merke ich, das meine Kondition im Keller ist. Aber ich glaube, ich kann es auch bald mal ein kleines Läufchen wagen. Dann wird alles wieder besser. Auch Gelenkigkeitsübungen werd ich langsam wieder anfangen.
Leider hat sich die Sporthochschule nicht gemeldet, wegen des Sport-und-Chemo-Programms. Ich werde nächste Woche mal nachhaken.
Ich bin jeden Tag mit dem Fahrrad gefahren, es sind ca. 5 km - eine Strecke. Wieder merke ich, das meine Kondition im Keller ist. Aber ich glaube, ich kann es auch bald mal ein kleines Läufchen wagen. Dann wird alles wieder besser. Auch Gelenkigkeitsübungen werd ich langsam wieder anfangen.
Leider hat sich die Sporthochschule nicht gemeldet, wegen des Sport-und-Chemo-Programms. Ich werde nächste Woche mal nachhaken.
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Donnerstag, 18. November 2010
Was wird jetzt mit Weihnachten?
Der Chemo-Arzt, bei dem ich heute war, hat als erste Amtshandlung mir mein liebstes Weihnachtsgeschenk gestrichen. Ich komme noch dazu.
Hauptsächlich hat er mit mir aber über die mir jetzt bevorstehende Chemotherapie geredet. Er sagte, es gäbe neuere Untersuchungen, nachdem die nachträgliche Chemotherapie nicht unbedingt nötig ist. Die Ergebnisse sind aber noch nicht so gesichert, dass er mir das empfehlen könnte. Ich hab ihm da zugestimmt. Neue Sachen gern, aber, wenn sie das Risiko nicht verringern, dann muss ich das nicht haben. Mir stellt sich nur die Frage, warum er mir das dann überhaupt erzählt hat.
Die neue Chemo besteht, wie bereits mehrfach schon vermutet, aus 4 Runden á vier Wochen. Diesmal bekomme ich wieder dieselbe Substanz, jedoch nur die halbe Dosis. Außerdem wird noch Folsäure dazu gegeben. Das ist bekanntlich Vitamin B und wirkt wohl bei der Chemotherapie genauso wie im richtigen Leben: Es vermittelt die Wirkung des 5-Fluorouracil (http://de.wikipedia.org/wiki/5-Fluorouracil). Diesmal krieg ich auch keine Dauerinfusion, sondern die gesamte Tagesdosis wird mir ambulant reingetan. Auch gut, muß ich nicht mit dem Schlauchgedöns rumlaufen.
Montag gehts los. Das ist eine Woche vor meiner ursprünglichen Grobplanung. Aber, wie wir jetzt sehen werden, März wirds trotzdem, mindestens.
Ich hatte mir gewünscht, das der Stoma zu Weihnachten (tatsächlich hoffte ich das die Operation exakt am 24. sein sollte) ausgebaut würde. Aber die Rechnung habe ich ohne den Wirt (den, der die lustigen Drogen ausschenkt) gemacht. Der Chemoarzt hat sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn die Chemotherapie durch eine derartige Operation unterbrochen wird. Die Gefahr von Komplikationen wird extrem erhöht. Er hat mir dringend geraten, den Umbau erst nach der Chemo durchzuführen. Ich habe das verstanden und muß mich jetzt mit ca. 4 Monaten Stoma abfinden. Scheisse.
Er verwendete die Worte: Das eine ist Sicherheit, das andere nur Wellness. Ich könne ihm ja als Stressbewältigung einen vollen Beutel auf den Tisch knallen (Das letzte war scherzhaft gemeint - glaube ich).
Da muß ich mir wohl jetzt ein anderes Weihnachtsgeschenk aussuchen...
Hauptsächlich hat er mit mir aber über die mir jetzt bevorstehende Chemotherapie geredet. Er sagte, es gäbe neuere Untersuchungen, nachdem die nachträgliche Chemotherapie nicht unbedingt nötig ist. Die Ergebnisse sind aber noch nicht so gesichert, dass er mir das empfehlen könnte. Ich hab ihm da zugestimmt. Neue Sachen gern, aber, wenn sie das Risiko nicht verringern, dann muss ich das nicht haben. Mir stellt sich nur die Frage, warum er mir das dann überhaupt erzählt hat.
Die neue Chemo besteht, wie bereits mehrfach schon vermutet, aus 4 Runden á vier Wochen. Diesmal bekomme ich wieder dieselbe Substanz, jedoch nur die halbe Dosis. Außerdem wird noch Folsäure dazu gegeben. Das ist bekanntlich Vitamin B und wirkt wohl bei der Chemotherapie genauso wie im richtigen Leben: Es vermittelt die Wirkung des 5-Fluorouracil (http://de.wikipedia.org/wiki/5-Fluorouracil). Diesmal krieg ich auch keine Dauerinfusion, sondern die gesamte Tagesdosis wird mir ambulant reingetan. Auch gut, muß ich nicht mit dem Schlauchgedöns rumlaufen.
Montag gehts los. Das ist eine Woche vor meiner ursprünglichen Grobplanung. Aber, wie wir jetzt sehen werden, März wirds trotzdem, mindestens.
Ich hatte mir gewünscht, das der Stoma zu Weihnachten (tatsächlich hoffte ich das die Operation exakt am 24. sein sollte) ausgebaut würde. Aber die Rechnung habe ich ohne den Wirt (den, der die lustigen Drogen ausschenkt) gemacht. Der Chemoarzt hat sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn die Chemotherapie durch eine derartige Operation unterbrochen wird. Die Gefahr von Komplikationen wird extrem erhöht. Er hat mir dringend geraten, den Umbau erst nach der Chemo durchzuführen. Ich habe das verstanden und muß mich jetzt mit ca. 4 Monaten Stoma abfinden. Scheisse.
Er verwendete die Worte: Das eine ist Sicherheit, das andere nur Wellness. Ich könne ihm ja als Stressbewältigung einen vollen Beutel auf den Tisch knallen (Das letzte war scherzhaft gemeint - glaube ich).
Da muß ich mir wohl jetzt ein anderes Weihnachtsgeschenk aussuchen...
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Dienstag, 26. Oktober 2010
Tumorkonferenz
Trotz der schlechten Internetanbindung, versuche ich mal kurz den aktuellen Stand zu vermitteln.
In der Tumorkonferenz kam heraus, dass der Tumor gut erwischt wurde. Es war wohl von den 15 mit rausgeschnittenen Lymphknoten einer befallen - was immer das heißt. Ich werde jetzt wieder den Onkologen zwecks Chemotherapie übergeben. Der 4xChemo-Plan verfestigt sich.
Wann ich hier entlassen werde, ist noch nicht klar. Irgendwie ums kommende Wochenende herum.
Montag, 27. September 2010
Es wird März
Ich muß hier mal in aller Peinlichkeit einen groben Schnitzer korrigieren. Die ganzen angesprochenen Effekte, die Probleme mit den "Entsorgungssystemen", der Konditionsverlust und die wundersame Abnahme - das alles kommt doch nicht vom Morphin. Es ist ausschließlich eine Auswirkung der Bestrahlung. Das hat mir heute der Arzt gesagt. Das Morphin macht wirklich nur Verstopfung. Ist natürlich etwas blöd. Da hätte ich mich ja ruhig noch ne Woche länger zudröhnen können. Pech für die Kuh Elsa. Das Gute ist, ich hab mein verloren gegangenes Vertrauen in Schmerzbekämpfung teilweise wiedergewonnen.
Ja also, ich war heute beim Arzt. Er hat sich zunächst etwas gewundert, dass das CT so frühzeitig gemacht wurde. Man würde ja jetzt noch gar nichts sehen. Hab ichs doch gesagt...
Dann hat er mir das weitere Vorgehen skizziert.
Jetzt soll ich mich erstmal von der Chemo und der Bestrahlung vollständig erholen. Am 19.10. gehe ich dann ins Krankenhaus und am 20. werd ich operiert. Dannach gibts wieder eine Erholungsphase - wie lange hat er nicht gesagt, aber früher wurde das Thema schon einmal angesprochen - da hieß es ca. 2 Wochen im Krankenhaus und dann nochmal 3 Wochen Erholung. Nach dieser Phase kommen noch mal 4 Runden Chemo - das heißt jeweils 1 Woche Infusion und 3 Wochen Pause. Hab das mal hochgerechnet. Das ist alles so Anfang März 2011 durch. Kein weiterer Kommentar.
Ja also, ich war heute beim Arzt. Er hat sich zunächst etwas gewundert, dass das CT so frühzeitig gemacht wurde. Man würde ja jetzt noch gar nichts sehen. Hab ichs doch gesagt...
Dann hat er mir das weitere Vorgehen skizziert.
Jetzt soll ich mich erstmal von der Chemo und der Bestrahlung vollständig erholen. Am 19.10. gehe ich dann ins Krankenhaus und am 20. werd ich operiert. Dannach gibts wieder eine Erholungsphase - wie lange hat er nicht gesagt, aber früher wurde das Thema schon einmal angesprochen - da hieß es ca. 2 Wochen im Krankenhaus und dann nochmal 3 Wochen Erholung. Nach dieser Phase kommen noch mal 4 Runden Chemo - das heißt jeweils 1 Woche Infusion und 3 Wochen Pause. Hab das mal hochgerechnet. Das ist alles so Anfang März 2011 durch. Kein weiterer Kommentar.
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Donnerstag, 16. September 2010
Drogenfrei
Labor war heute, wie erwartet, "Ohne Befund".
Die Nebenwirkung erster Stufe (die Schleimhautentzündung wegen der Bestrahlung) ist noch nicht ganz weg. Da ich mit dem Morphin-Zeugs aufgehört habe, spür ich da schon noch Schmerzen. Die Nebenwirkungen zweiter Stufe (Nebenwirkungen, die durch die Bekämpfung der Nebenwirkungen erster Stufe entstanden sind) sind aber auch nicht zu verachten. Nur soviel: beide Entsorgungssysteme funktionieren momentan nicht perfekt. Dagegen gibts vermutlich auch was, aber ich bin momentan nicht scharf auf Nebenwirkungen dritter Stufe... Also heißt es, aushalten. Hab heute beim Labor die Schwester dazu befragt, sie sagt das mit den Nebenwirkungen bei Morphin kann sich noch etwas hinziehen. Auf jeden Fall ist nach dem dritten Tag noch nix vorbei.
Mancher erkennts vielleicht auf dem Foto: ich hab in der letzten Woche ca. 4 kg abgenommen. Eigentlich hab ich jetzt mein Idealgewicht. Aber leider kann man krankheitsbedingte Gewichtsveränderungen nicht festhalten...
Schließlich, quasi als "Rausschmeißer" und weil ich momentan hauptsächlich in dieser Branche tätig bin, noch etwas Fäkalhumor: "Es kam mit einer solchen Wucht, dass es einen Sprung ich die Kloschüssel geschlagen hätte, wenn ich es bis dorthin geschafft hätte."
Die Nebenwirkung erster Stufe (die Schleimhautentzündung wegen der Bestrahlung) ist noch nicht ganz weg. Da ich mit dem Morphin-Zeugs aufgehört habe, spür ich da schon noch Schmerzen. Die Nebenwirkungen zweiter Stufe (Nebenwirkungen, die durch die Bekämpfung der Nebenwirkungen erster Stufe entstanden sind) sind aber auch nicht zu verachten. Nur soviel: beide Entsorgungssysteme funktionieren momentan nicht perfekt. Dagegen gibts vermutlich auch was, aber ich bin momentan nicht scharf auf Nebenwirkungen dritter Stufe... Also heißt es, aushalten. Hab heute beim Labor die Schwester dazu befragt, sie sagt das mit den Nebenwirkungen bei Morphin kann sich noch etwas hinziehen. Auf jeden Fall ist nach dem dritten Tag noch nix vorbei.Mancher erkennts vielleicht auf dem Foto: ich hab in der letzten Woche ca. 4 kg abgenommen. Eigentlich hab ich jetzt mein Idealgewicht. Aber leider kann man krankheitsbedingte Gewichtsveränderungen nicht festhalten...
Schließlich, quasi als "Rausschmeißer" und weil ich momentan hauptsächlich in dieser Branche tätig bin, noch etwas Fäkalhumor: "Es kam mit einer solchen Wucht, dass es einen Sprung ich die Kloschüssel geschlagen hätte, wenn ich es bis dorthin geschafft hätte."
Montag, 13. September 2010
Fast wieder Nix
Nach noch ein paar harten Tagen - die Schleimhautentzündung hat dann schließlich auch noch mal ordentlich "reingehauen" - wirds jetzt doch deutlich besser.
Heute war ich wieder mit dem Fahrrad beim Arzt (nur wegen Krankschreibungsverlängerung, nichts Ernstes) und es ging gut.
Donnerstag ist Labor, da wird wieder geschaut, ob noch was zu sehen ist von der Chemo. Also bis dann.
Heute war ich wieder mit dem Fahrrad beim Arzt (nur wegen Krankschreibungsverlängerung, nichts Ernstes) und es ging gut.
Donnerstag ist Labor, da wird wieder geschaut, ob noch was zu sehen ist von der Chemo. Also bis dann.
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Mittwoch, 8. September 2010
Am Wendepunkt?
Abergläubischer Mensch wie ich bin, hab ich immer ein wenig Skrupel über positive Ereignisse zu berichten, wenn sie noch nicht so richtig gesichert sind. Aber in Anbetracht der Mühen der vergangenen Tage will ich mir mal einen "Schluck aus der Pulle" gönnen.
Letzte Nacht, so um die Mitternachtsstunde hat sich eine seltsame Veränderung eingestellt. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, dass die Schmerzen um zwei Größenordnungen zurückgingen, ganz so als hätten die Schmerzmittel endlich eine Mauer durchbrochen oder so. Dazu kam noch, dass Blasensensorik auf einmal wieder funktionierte. Die letzten Tage hatte ich das immer "auf gut Glück" geregelt, war ja sowieso ständig aufm Klo. Hab dann gleich die Schmerzmitteldosis eingeschränkt.
Heute war die letzte Bestrahlung. Danach hab ich ein Abschlussgespräch mit dem Arzt geführt. Auf das Thema angesprochen, vermutet er folgendes: Da Krebszellen ja auch nur Gewebe sind, reagieren sie auch "ödematös" auf die Behandlung, d. h. es kommt zunächst zu einer Anschwellung. Diese zusätzliche Enge war vermutlich die eigentliche Ursache für die entsetzlichen Schmerzen der letzten Wochen. Aber irgendwann gibt es einen Wendepunkt, und dies ist vermutlich die Ursache für starke Verringerung der Schmerzen. Diese Vermutung würde, nebenbei bemerkt, auch von typischen Zeitablauf her passen.
ER SCHRUMPFT!
Na, das geht doch runter, wie Öl, oder?
Letzte Nacht, so um die Mitternachtsstunde hat sich eine seltsame Veränderung eingestellt. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, dass die Schmerzen um zwei Größenordnungen zurückgingen, ganz so als hätten die Schmerzmittel endlich eine Mauer durchbrochen oder so. Dazu kam noch, dass Blasensensorik auf einmal wieder funktionierte. Die letzten Tage hatte ich das immer "auf gut Glück" geregelt, war ja sowieso ständig aufm Klo. Hab dann gleich die Schmerzmitteldosis eingeschränkt.
Heute war die letzte Bestrahlung. Danach hab ich ein Abschlussgespräch mit dem Arzt geführt. Auf das Thema angesprochen, vermutet er folgendes: Da Krebszellen ja auch nur Gewebe sind, reagieren sie auch "ödematös" auf die Behandlung, d. h. es kommt zunächst zu einer Anschwellung. Diese zusätzliche Enge war vermutlich die eigentliche Ursache für die entsetzlichen Schmerzen der letzten Wochen. Aber irgendwann gibt es einen Wendepunkt, und dies ist vermutlich die Ursache für starke Verringerung der Schmerzen. Diese Vermutung würde, nebenbei bemerkt, auch von typischen Zeitablauf her passen.
ER SCHRUMPFT!
Na, das geht doch runter, wie Öl, oder?
Dienstag, 7. September 2010
Doar habsch de Brille auf
Das mit den geringen Nebenwirkungen war wohl eine Luftnummer. Es waren dann doch welche, aber die hab ich zuerst nicht richtig geschnallt. Nämlich Durchfall. Und da ich, noch in Verkennung der Tatsachen, munter weiter das Anitverstopfungsmittel genommen habe, war das die schnellste Flitzekacke aller Zeiten. Meistens im Fünf-Minuten-Takt - in Ruhezeiten hatte ich mal bis zu eine Stunde "Ruhe". Aber auch da hieß es immer wachsam sein. Ich hab mich praktisch am Wochenende mit nichts anderem beschäftigt.
Als ich es dann endlich gemerkt hatte, hat es noch einen halben Tag gedauert, bis es nicht mehr ganz so schlimm war. Jetzt kann ich wenigstens das Haus verlassen - für die Bestrahlung. Taekwondo hab ich sausen lassen.
Es ist jetzt meistens auch nicht mehr so turbo und der Modus "Fünf-Minuten-Takt" ist auch nur manchmal noch nachts von ca. 11-1 aktiv. Aber es ist Schwerstarbeit und die Schmerzen dabei sind, wenngleich nicht unerträglich, doch immens.
Mir ist es sehr schwer gefallen, dies hier zu veröffentlichen. Aber ich hatte geschworen, das soll kein Friede-Freude-Eierkuchen-Blog werden und nun habt Ihrs. Haltet Euch mit Mitleid zurück, das erzeugt nur Gegenmitleid. Und dann schreibe ich sowas nicht mehr, wenns wieder passiert. (Fragen sind natürlich immer willkommen.)
Als ich es dann endlich gemerkt hatte, hat es noch einen halben Tag gedauert, bis es nicht mehr ganz so schlimm war. Jetzt kann ich wenigstens das Haus verlassen - für die Bestrahlung. Taekwondo hab ich sausen lassen.
Es ist jetzt meistens auch nicht mehr so turbo und der Modus "Fünf-Minuten-Takt" ist auch nur manchmal noch nachts von ca. 11-1 aktiv. Aber es ist Schwerstarbeit und die Schmerzen dabei sind, wenngleich nicht unerträglich, doch immens.
Mir ist es sehr schwer gefallen, dies hier zu veröffentlichen. Aber ich hatte geschworen, das soll kein Friede-Freude-Eierkuchen-Blog werden und nun habt Ihrs. Haltet Euch mit Mitleid zurück, das erzeugt nur Gegenmitleid. Und dann schreibe ich sowas nicht mehr, wenns wieder passiert. (Fragen sind natürlich immer willkommen.)
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Freitag, 3. September 2010
Ausklang Phase 1
Die zweite Runde Chemo ist geschafft. War mit noch weniger Nebenwirkungen verbunden als in der ersten Runde - nur ein leichtes Brennen auf der Zunge, was auch schon fast wieder weg ist.
Die Bestrahlung endet auch nächste Woche. Nettes Detail: Nächste Woche hab ich nur noch drei Termine, nicht fünf.
Und dann kann sich mein Körper in Ruhe auf die Beseitigung der Entzündung der Schleimhäute kümmern. Der Arzt sagt, das kann sich so zwei Wochen hinziehen. Leider ist die Schmerzmitteldosis, die ich brauche, damits nicht unerträglich ist, relativ hoch (2 MST und 7-8 Sevredol täglich, wens interessiert). Das ist an sich nicht schlimm, aber es droht dann ein höheres Risiko für Verstopfung und davor grauts mir echt.
Zum Thema Schmerzen hab ich ein kleines Büchlein erhalten. Dort fand ich sehr interessante Sachen. Grundtenor: "Schmerzen soll man nicht aushalten, sondern bekämpfen". Der Grundgedanke ist der folgende: Normalerweise haben Schmerzen den Zweck, auf Probleme hinzuweisen und dafür sorgen, dass man sich so verhält, dass der Schaden nicht vergrößert wird. Man humpelt, damit der verstauchte Fuß in Ruhe heilen kann. Im Falle von meinen Schmerzen ist das aber völlig sinnlos. Wie sollte ich mich denn anders verhalten? Die Natur fordert ihren Tribut, ob es den Schleimhäuten nun passt oder nicht. Und es muss auch genau da vorbei.
Andererseits verursachen Schmerzen großen Stress, der in der gegebenen Gesamtsituation nicht gerade hilfreich ist. Ergo: Bekämpfen und Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
(Ganz nebenbei: Die Gefahr der Abhängigkeit scheint bei diesen Mitteln verschwindend gering zu sein. Das fand ich einigermaßen überraschend)
Der nächste große Termin ist dann der 22. September. Dann wird ein CT gemacht. Da erfahren wir dann, was das alles gebracht hat bisher. Spannend spannend.
Die Bestrahlung endet auch nächste Woche. Nettes Detail: Nächste Woche hab ich nur noch drei Termine, nicht fünf.
Und dann kann sich mein Körper in Ruhe auf die Beseitigung der Entzündung der Schleimhäute kümmern. Der Arzt sagt, das kann sich so zwei Wochen hinziehen. Leider ist die Schmerzmitteldosis, die ich brauche, damits nicht unerträglich ist, relativ hoch (2 MST und 7-8 Sevredol täglich, wens interessiert). Das ist an sich nicht schlimm, aber es droht dann ein höheres Risiko für Verstopfung und davor grauts mir echt.
Zum Thema Schmerzen hab ich ein kleines Büchlein erhalten. Dort fand ich sehr interessante Sachen. Grundtenor: "Schmerzen soll man nicht aushalten, sondern bekämpfen". Der Grundgedanke ist der folgende: Normalerweise haben Schmerzen den Zweck, auf Probleme hinzuweisen und dafür sorgen, dass man sich so verhält, dass der Schaden nicht vergrößert wird. Man humpelt, damit der verstauchte Fuß in Ruhe heilen kann. Im Falle von meinen Schmerzen ist das aber völlig sinnlos. Wie sollte ich mich denn anders verhalten? Die Natur fordert ihren Tribut, ob es den Schleimhäuten nun passt oder nicht. Und es muss auch genau da vorbei.
Andererseits verursachen Schmerzen großen Stress, der in der gegebenen Gesamtsituation nicht gerade hilfreich ist. Ergo: Bekämpfen und Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
(Ganz nebenbei: Die Gefahr der Abhängigkeit scheint bei diesen Mitteln verschwindend gering zu sein. Das fand ich einigermaßen überraschend)
Der nächste große Termin ist dann der 22. September. Dann wird ein CT gemacht. Da erfahren wir dann, was das alles gebracht hat bisher. Spannend spannend.
Mittwoch, 1. September 2010
Matricaria recutita
Gestern mußte die Schmerzbekämpfung nochmal "justiert" werden. Jetzt bekomme ich Morphin. Aber das hilft jetzt. Endlich!
Langsam wirds auch kompliziert:
Also:
- Wegen der Chemo mach ich zweimal täglich Mundspülung.
- Zweimal täglich "retardierendes" Morphin (das hat Langzeitwirkung und dient als Basis)
- Ein bis zweimal täglich bei Bedarf eine andere Morphinvariante, die sofortige Wirkung erzielt (Wann, könnt Ihr Euch denken)
- Einmal täglich muß ich noch einen sogenannten Weichmacher zu mir nehmen, da Morphin zumeist Verstopfung verursacht.
Damit ich nicht durcheinander komme, führe ich jetzt Buch darüber. Immer lacht.
Ich habe übrigens festgestellt, dass ich momentan ganz wenig Kaffee oder Espresso trinke. Irgendwie hab ich keinen Appetit darauf. Wißt Ihr, was mein neuestes Lieblingsgetänk ist? Kamillentee. Da lacht Ihr noch mehr.
Die Krankheit zeigt, wie man sehen kann, deutliche Spuren. Ob sich das wohl wieder normalisiert?
Langsam wirds auch kompliziert:
Also:
- Wegen der Chemo mach ich zweimal täglich Mundspülung.
- Zweimal täglich "retardierendes" Morphin (das hat Langzeitwirkung und dient als Basis)
- Ein bis zweimal täglich bei Bedarf eine andere Morphinvariante, die sofortige Wirkung erzielt (Wann, könnt Ihr Euch denken)
- Einmal täglich muß ich noch einen sogenannten Weichmacher zu mir nehmen, da Morphin zumeist Verstopfung verursacht.
Damit ich nicht durcheinander komme, führe ich jetzt Buch darüber. Immer lacht.
Ich habe übrigens festgestellt, dass ich momentan ganz wenig Kaffee oder Espresso trinke. Irgendwie hab ich keinen Appetit darauf. Wißt Ihr, was mein neuestes Lieblingsgetänk ist? Kamillentee. Da lacht Ihr noch mehr.
Die Krankheit zeigt, wie man sehen kann, deutliche Spuren. Ob sich das wohl wieder normalisiert?
Montag, 30. August 2010
Chemo Runde 2
Nach der heutigen Bestrahlung hab ich mit dem Arzt gesprochen, wegen der Schmerzen beim Geschäft. Mit den Worten, "Na wenn dass jetzt nicht hilft..." hat er mir Tilidin AL verschrieben. Was da wirkt, ist wohl sowas wie Opium. Brauch ich endlich nicht mehr soviel Mohnkuchen zu essen. Übrigens möchte ich mich heute als Weichei outen: Ich habe jetzt beschlossen, auf die Schwestern zu hören und nicht mehr mit den Fahrrad zur Therapie fahren - erstmal.
Diese Woche ist auch wieder Chemo. Die zweite Runde. Das bedeutet, nicht Duschen und kein Taekwondo.
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Samstag, 28. August 2010
Nicht Nix
Die Tabletten haben die Zeit zwischen den "Gängen" anscheinend etwas normalisiert. Aber wenn ich dann gerufen werde, brennt es tierisch und der Schmerz hält danach so ca. eine Viertelstunde an. Hab schon versucht, in dieser Zeit Dehnungsübungen zu machen - quasi als Alternativschmerz. Der Schmerz dabei ist wenigstens angenehm.
Nächste Woche ist wieder Chemo. Mir graut ein wenig davor, wie dass zusammenwirken wird. Leider kann ich da kein Taekwondo machen, wegen der permanenten Infusion.
Die Lage spitzt sich zu, wie der Karnevaller sagt.
Am Donnerstag war ich nochmal beim Optiker. Ja - bei demselben, wie immer, ich hab ihn nicht verlassen. Ich krieg jetzt die neue Brille mit den alten Gläsern.
Nächste Woche ist wieder Chemo. Mir graut ein wenig davor, wie dass zusammenwirken wird. Leider kann ich da kein Taekwondo machen, wegen der permanenten Infusion.
Die Lage spitzt sich zu, wie der Karnevaller sagt.
Am Donnerstag war ich nochmal beim Optiker. Ja - bei demselben, wie immer, ich hab ihn nicht verlassen. Ich krieg jetzt die neue Brille mit den alten Gläsern.
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Mittwoch, 25. August 2010
Radfahren bis der Arzt kommt
Ich muss mal im Internet recherchieren, ob und wie ich diese "Gabe" reklamieren kann. Das braucht echt kein Mensch. Die Zäpfchen waren wohl nicht stark genug. Mittlerweile kommen mir die Tränen beim Geschäft.
Der Arzt hat mir jetzt was Stärkeres verschrieben ("Novaminsulfon Lichtenstein" Tabletten, wens interessiert). Die Schwestern haben mir gesagt, der Arzt hätte bestätigt, dass Radfahren die Probleme, die ich gerade habe, begünstigen würde. Irgendwie hab ich den Eindruck, die Schwestern suchen intensiv nach Argumenten, mir das Radfahren zu vermiesen. Ich werde morgen vielleicht nochmal beim Arzt nachfragen, wie da ein Zusammenhang sein kann. Kommt mir seltsam vor...
Beim gedanklichen Durchspielen der Optionen hab ich festgestellt, dass ich ganz schön am Fahrradfahren hänge. Es wäre - gefühlt - ein ordentlicher Verlust an Lebensqualität, wenn ich jeden Tag mit der Bahn oder gar mit dem Taxi fahren müsste.
Ich war auch noch beim Chemo-Arzt - Labor und Vorsprechen heute. Die Werte sind jetzt wieder wie vorher. Habe den Arzt mal gefragt, wie die Chemo die Sehstärke beeinflussen kann. Antwort: Im Prinzip ist das möglich, aber die Wirkstoffe, die dafür berüchtigt sind, waren in meinem Cocktail nicht drin. Also hat die Optikerin doch ein wenig "improvisiert". Er hat mir dann auch gleich einen Optiker empfohlen. Den werde ich dann wohl aufsuchen. Das Problem ist, jetzt brauche ich wieder jemand, der die Brille mit aussucht. Sophia, kommst Du mal kurz rüber geflogen?
Der Arzt hat mir jetzt was Stärkeres verschrieben ("Novaminsulfon Lichtenstein" Tabletten, wens interessiert). Die Schwestern haben mir gesagt, der Arzt hätte bestätigt, dass Radfahren die Probleme, die ich gerade habe, begünstigen würde. Irgendwie hab ich den Eindruck, die Schwestern suchen intensiv nach Argumenten, mir das Radfahren zu vermiesen. Ich werde morgen vielleicht nochmal beim Arzt nachfragen, wie da ein Zusammenhang sein kann. Kommt mir seltsam vor...
Beim gedanklichen Durchspielen der Optionen hab ich festgestellt, dass ich ganz schön am Fahrradfahren hänge. Es wäre - gefühlt - ein ordentlicher Verlust an Lebensqualität, wenn ich jeden Tag mit der Bahn oder gar mit dem Taxi fahren müsste.
Ich war auch noch beim Chemo-Arzt - Labor und Vorsprechen heute. Die Werte sind jetzt wieder wie vorher. Habe den Arzt mal gefragt, wie die Chemo die Sehstärke beeinflussen kann. Antwort: Im Prinzip ist das möglich, aber die Wirkstoffe, die dafür berüchtigt sind, waren in meinem Cocktail nicht drin. Also hat die Optikerin doch ein wenig "improvisiert". Er hat mir dann auch gleich einen Optiker empfohlen. Den werde ich dann wohl aufsuchen. Das Problem ist, jetzt brauche ich wieder jemand, der die Brille mit aussucht. Sophia, kommst Du mal kurz rüber geflogen?
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