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Freitag, 16. Mai 2014

... Jahre später

... wollt mal wieder was von mir hören lassen - nicht dass jemand denkt, mich gibt 's nicht mehr.
(Fast) Alles ist ok. Ich bin wieder voll da.
Das beliebte Brennen ist weg. Aber die Verkürzung des Mastdarms auf ein Drittel der natürlichen Länge hat natürlich immer noch seine Konsequenzen.
Dies ist aber wohl das einzige negative Überbleibsel der Erkrankung.

 Im Jahr 2013 hatte ich es dann endlich mal geschafft, in ein wissenschaftliches Programm der Sporthochschule Köln zu kommen. Sie wollten wissen, wie sich ein Marathontraining auf die sogenannten Killerzellen auswirkt. Das sind die Zellen des Blutes, die Krebs entdecken und bekämpfen können. Es wurde festgestellt, dass selbige Zellen durch das Training sehr gestärkt werden. Das ist ein bischen diametral zu der bisherigen Therapiepraxis, dass sich Krebspatienten schonen sollen.
Also, Aufruf an alle Betroffenen: Sport machen - und zwar möglichst intensiv.
Mein Traumergebnis wäre zwar gewesen, dass Marathontraining die Chemo überflüssig macht. Das kam nicht heraus, aber es war knapp.
Es gab auch ein Video bei 3sat-nano

Dienstag, 26. April 2011

Verloren!

... oder besser Aufgegeben!
"Porta Westfalica"
Heute habe ich festgestellt, dass ich keine Lust mehr habe, zu kämpfen. Das zieht sich und zieht sich. Aber ich will es endlich hinter mich bringen. Hatte auch daran gedacht, komplett auf eine Kur zu verzichten. Aber das war mir dann letztendlich doch auch zu riskant.
Deshalb hab ich heute nochmal bei der "Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung" angerufen und ihnen meinen Entschluß mitgeteilt. "Aach das dauert ca. vierzehn Tage...,". Momentan sei ziemlich was los auf dem Rehamarkt. Aber man würde mal rumhorchen. Ich sagte noch, muß ja nicht Bad Neuenahr sein. Und kann auch morgen schon anfangen.
15 Min später wurde ich zurückgerufen. Sie haben einen Platz in der Klinik "Porta Westfalica" in Bad Oeynhausen für mich reserviert. Morgen soll ich dort auf der Matte stehen.
Ok. Dann mach ich das mal.

Mittwoch, 13. April 2011

blinde Ferndiagnose

Habe heute mal bei der Rentenversicherung Bund nachgefragt. Das sind die, an die mein Antrag jetzt wegen meiner Einsprüche verwiesen wird.
O-O kann ich nur sagen. Das was da herauskam, hat mir nicht gerade Mut gemacht.
Zum einen, aber das war fast klar, ist mein Antrag noch nicht bei ihnen eingegangen.
Aber dann hab ich mal so locker angefragt, was denn mit der Leipziger Klinik ist. Also die Dame sagte, dass deren Onkologische Abteilung nicht in der Liste steht und ich solle doch den Experten von der Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung vertrauen, die wissen was das Beste für mich sei. (Nebenbei: die haben mich nie gesehen oder ein medizinisches Gespräch mit mir geführt. Ich kann zu dieser Form von blinder Ferndiagnose nur schwer Vertrauen aufbauen.)
Hab dann nochmal bei der Klinik selbst angerufen. Die haben das "in Prinzip" bestätigt. Aber es gebe immer Patienten, die es doch schaffen, über die Rentenversicherung eine Überweisung zu bekommen. Es hängt wohl stark vom Bearbeiter ab.
Das alles nervt mich momentan ganz schön. Dazu kommt noch, dass sich die Darmprozesse nur sehr unmerklich verbessern. Insbesondere scheinen die Schmerzen sogar ein wenig zuzunehmen. Und die "Oftizität" wird auch nicht anders - 5 bis 8 mal am Tag rund um die Uhr und zumeist mit gnadenloser Unverzüglichkeit.
Aber was richtig Gutes gibt es auch: Ich kann wieder anfangen, Sport zu treiben und ich tue das auch. Und ich merke, wie gut es mir dabei geht.

Samstag, 2. April 2011

Bluterguss am Schenkel

Es ist bemerkenswert, dass so mancher es nicht oder nicht sofort gemerkt hat: Das mit der Spange war natürlich ein Aprilscherz. Verzeiht mir, aber ich konnte der Versuchung mal wieder nicht widerstehen. Und Ihr müßt doch aber zugeben, dar Scherz war nicht völlig geschmacklos (schenkelklopf).

Freitag, 1. April 2011

Wiederanlaufprobleme

Der Wiederanlauf meines Dickdarms ist im vollen Gange. Das mag jetzt zwar im ersten Moment positiv klingen, aber in Wirklichkeit ist das ein Euphemismus für "die Wiederanlaufprobleme halten an". Tagsüber ist es halbwegs auszuhalten, aber Abends oder besser Nachts ist es extrem nervig und schmerzhaft. Letzte Nacht zum Beispiel hieß es zwischen 10:30 und 3:30 Laufen im Halbstundentakt. Und das Brennen nimmt jeweils im Laufe des Abends immer mehr zu. 
Letzte Nacht hab ich dann beschlossen, eine Schmerztablette zu nehmen. Zum Glück hatte ich von der letzten Schmerzorgie im Zusammenhang mit der Bestrahlung noch welche übrig.
Dann kamen auch noch Bauchschmerzen dazu. Das war eine Nacht! 
Heute früh beim Geschäft ist etwas Seltsames passiert. Irgendwie kam da nicht nur das übliche Zeug, sondernd etwas Sperriges aus Draht. Es hätte vermutlich ziemlich weh getan, aber weil ich noch auf Schmerzmittel war, was es nur extrem unangenehm. Es polterte in der Schüssel und ich blutete auch ein wenig. Das kam mir doch sehr seltsam vor, deshalb nahm ich alle meine Beherrschung zusammen und klaubte dieses Etwas aus den "Ergebnissen" heraus. Das Teil sah aus, wie eine Zahnspange!  Bin sofort ins Krankenhaus und habe es dort vorgezeigt. Bestürzung allenthalben. Schließlich stellte sich heraus, dass es die Zahnspange der netten Assistenzärztin war. 
Ich werde nie wieder jemanden mit Spange anschauen können, ohne daran zu denken.

Dienstag, 29. März 2011

Widerspruch?

Fäden ziehen
Gestern war ich zum Fäden ziehen. Der bekannte Bluterguß, der noch komplettiert wird durch eine Hühnerei große Verdickung im Bereich der Narbe, ist nach wie vor vorhanden. Eine gewisse Rückbildung ist schon zu erkennen, aber das dauert wohl doch noch. Nach Aussage des Arztes ist Verdickung eine Ansammlung von inzwischen geronnenen Blut. Er hat versucht, mit einer Spritze da etwas abzuziehen, es kam aber nicht viel.
Hab nochmal gefragt, wieso ich nicht Laufen darf. Antwort: Mein Körper braucht Energie für die Heilung der Operationsnarben sowie den Abbau der Blutergüsse. Die würde durch Laufen (oder auch anderen Sport) reduziert.

Reha
-> Phase 1: Widerspruch
An der Rehafront gibt es einige Neuigkeiten: Ich habe von der Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung, wie fast schon erwartet, eine Absage bekommen. Sie haben mich dann einfach mal auf eine andere Klinik umgebucht. Nach Absprache mit meiner Betreuerin bei der Allianz (Sehr nette und hilfsbereite Dame übrigens) habe ich (zunächst) beschlossen, in Widerspruch zu gehen.
-> Phase 2: Die letzte Chance
Heute Morgen hatte ich auch noch einen Termin bei meiner Psychologin. Da habe ich dass Thema auch angesprochen. Ich erhoffte mir eventuell ein gutachterliche Unterstützung für meinen Einspruch. Statt dessen hat sich im Verlauf der Sitzung ergeben, dass ich vielleicht dem Vorschlag der Arge eine Chance geben sollte. Vielleicht kann ich meine Aversion, insbesondere gegen die Kliniksituation, für meine mentale Weiterentwicklung nutzen.
-> Phase 3: Ortstermin
Da es noch früh war, das Wetter zum Helden zeugen, sowie die Klinik quasi "um die Ecke" ist (Bad Neuenahr), habe ich beschlossen, mal eben hin zu fahren. Ein Vor-Ort-Termin sozusagen.
Glaubt mir, ich hatte echt vor, der Variante "Bad Neuenahr" eine Chance zu geben. Tief drinnen hab ich irgendwie genug vom rum Mosern und will einfach "in Kur". Aber der Besuch war diesbezüglich sehr heilsam.
-> Phase 4: Ernüchterung
Ich will da nicht hin!
Ich bin da noch zu jung für, ist mein Eindruck. Sport auf Sparflamme, kein richtiges Internet, und eine Umgebung von der ich schon genug hatte, als ich noch in Rheinhessen als Wingertschütz rumgelaufen bin.
-> Phase 5: Plan B
Mein zweiter Favorit - oder besser mein Plan B - war Bad Oexen und ich habe mich auf der Rückfahrt mal - mental - mit dieser Variante befasst. Diese Klinik macht zumindest den Eindruck, dass ich da nicht "das Baby" bin. ...Und auch andere Kriterien passen da besser. ...Und die Arge würde da sicher mitspielen.
Aber letztendlich ist nicht wirklich gesichert, ob mein Eindruck richtig ist. Ich müßte da im Prinzip auch erstmal hinfahren. Und sie ist auch viel weiter von Köln entfernt. Am Wochenende nach Hause zu fahren, ist da auch nicht so einfach.
-> Phase 6: Eine Runde rum
Nöööö.
Ich schreib jetzt den Widerspruch.

Samstag, 26. März 2011

Glückshormonhaushalt

Schönes Wetter, du bist frei - dann mach doch mal einen kleinen Spaziergang, dachte ich.
Ehe ich michs versah, war ich beim Musado-Sportzentrum. Der Meister hat sich gefreut, mich zu sehen. Sonnabend ist immer Freitraining. Hab mir ein wenig die Nase an der Scheibe platt gedrückt. Plötzlich spürte ich ein Stechen an der Operationsnarbe. Da merkte ich, dass ich beim Verfolgen der Übungen zweier Weißgürtel plötzlich angefangen hatte, mit zu machen. Oh Mann, ich muß dringend wieder gesund werden. Nur durch Zusehen wurden Glückshormone ausgeschüttet, wie schon lange nicht mehr.
Das fällt mir noch was ein: Der Doktor hat mir nicht mal erlaubt zu laufen, für die nächsten zwei Wochen. Dabei wollte ich morgen wieder einen schönen Sonntagslauf machen und eigentlich am Dienstag mal bei den Handballern vorbeischauen. Na vielleicht mach ich dann doch lieber nur ne Radtour

Donnerstag, 24. März 2011

End of KKH

Mancher hats vielleicht schon gemerkt, seit gestern benutze ich Internetanbindung vom Krankenhaus. Womöglich wäre das schon länger machbar gewesen, aber ich habe einfach stumpf angenommen, es ginge nicht und dann auch nicht geforscht. Eine typische Bockshornsituation. So geht jetzt auch Videochat.
Mir geht es gut. Die Prozesse laufen langsam an. Es tut noch etwas weh beim Geschäft, aber es wird. Das Hämatom wächst nicht mehr und Schmerzen hab ich da fast auch nicht, trotz der Tatsache, das ich jetzt alle Schmerzmittel weggelassen habe. Morgen werd ich entlassen. Montag komm ich noch mal ambulant rein - zum Fäden ziehen.
An der Reha-Front tut sich nichts. Vielleicht aber hab ich ja einen Brief im Briefkasten.

Mittwoch, 23. März 2011

Sieht krass aus oder?

Ist aber weit weniger schlimm.
Komme gerade von der Ultraschallmessung. Es scheint alles nicht so problematisch zu sein. Die Schwellungen sind keine Blut- sondern Fettansammlungen. Damit ist die darin innewohnende Gefahr einer Infektion nicht akut. Die werden sich verwachsen. Und das Riesenhämatom (In Fachkreisen auch "Blutaugust" genannt), vergeht sowieso.
Als ich dem Arzt sagte, ich werde ein Foto von dem "Ding" in meinen Blog stellen, hat er nicht begeistert geguckt. "Ich muß für Klicks sorgen", sagte ich. "Dann machen sie aber schön Werbung für Krebsvorsorge", sagte er darauf.
Un da hatter recht!
Wer weis, ob das alles so glatt gegangen wäre, hätte mich Dr. Hollmann nicht zur Rektoskopie geschickt. Ich will noch hinzufügen, dass gesunde Lebensweise auch unheimlich hilfreich ist, um das Genesungsverhalten der Körpers zu verbessern - die berühmten Selbstheilungskräfte. Aber bitte nur wissenschaftliche Methoden, vor allem, wenn man, wie ich, ein Placebomuffel ist.
Mit den Heilungschancen und der gesunden Lebensweise, das sehe ich täglich, wenn ich im Krankenhaushaus bin. Ein übergewichtiger, Bier trinkender Raucher, dessen sportliche Aktivitäten damit beschränkt sind, sich in das FC-T-shirt zu quälen hats halt schwerer als ein geistig und körperlich fitter 80-jähriger, der ein neues Knie kriegt, weil er "zu viel" Tennis spielt (Beides sind Beispiele aus meiner Nähe).
Bei dem einen gibt es Komplikationen noch und nöcher - bei dem anderen ist die schlimmste Komplikation, dass er ein paar Kilo zulegt.

Freitag, 18. März 2011

Hurra, ich werde operiert

Es gibt nur wenige Situationen im Leben, wo man so einen Satz sagen kann. Die Blutwerte wurden heute früh nochmal gemessen, per Eilverfahren. Und sie stellten sich als ok heraus. Also werde ich jetzt gleich operiert. Bin schon rasiert und in der "Uniform" (Thrombosestrümpfe, Einmalhöschen und das gepunktete Hemd, das hinten offen ist). Auch hab ich schon die berühmte Leck-Mich-Am-Arsch-Tablette bekommen, damit ich nicht so hibbelig bin.
Jetzt bin ich ganz ruhig und muß aufpassen, dass ich nicht den Blog aus den Augen verliere.

Bis dann...

Donnerstag, 17. März 2011

End of Stoma - langgezogen

Heute fanden folgende Massnahmen statt:
1. Blutentnahme für die Blutgerinnungsbestimmung
2. Routine-CT
Die soll jetzt aller halbe Jahre stattfinden. Der erste Termin sollte eigentlich erst nächsten Monat sein, aber wo ich schonmal da bin, habe sie sich gesagt, dann legen wird ihn mal gleich drunter. Das Ergebnis: Alles ist ok.
"Lustige" Geschichte am Rande: Für die Messung musste ich ein Kontrastmittel trinken, eine nach Anis und leicht bitter schmeckende Flüssigkeit, 1/2 Liter. Da ich einen Stoma habe, ist das Kontrastmittel natürlich nur im Dünndarm. Für den Dickdarm haben sie das Kontrastmittel deshalb anal verabreicht. Das floß aber spornstreichs in den Stoma-Beutel - zumindest teilweise. Es war zwar genug im Dickdarm, aber der Beutel war auch knapp vor dem Bersten.
3. Colonoskopie
Da wird ein Stab (Endoskop) in den Arsch geschoben mit einer Kamera dran. Man wollte sich so die Narbe der Operation ansehen. Eine Stunde nach der CT sollte diese Messung stattfinden. Das erste Problem war, dass mein Darm noch voller Kontrastflüssigkeit war. Der Arzt, der die Messung machen wollte, war ganz offensichtlich "not amused". Ein weiteres, schlimmeres Problem war, dass mein Ausgang aufgrund des Nichtgebrauchs ziemlich eng geworden war. Zu eng für die Messgeräte, die zur Verfügung standen. Das Kinderendoskop was das Problem gelöst hätte, hat er aber nicht gefunden. Jetzt soll morgen vor der Operation nochmal nachgeschaut werden. Schön - da bin ich nicht wach. Dieses Analgefummel macht mich krank. Es ist das Schlimmste von allem.

Die erste Massnahme hat leider ergeben, dass meine Blutgerinnung noch zu niedrig ist. Deshalb wurde mein Operationstermin auf später verschoben. Notfalls kann es auch passieren, dass morgen gar nicht operiert wird. Dann "darf" ich wieder nach Hause gehen und am Montag wieder kommen. Die Spannung steigt...

Mittwoch, 16. März 2011

End of Stoma

So, bin wieder im Krankenhaus - diesmal aber so was von freiwillig, denn es wird der Stoma zurück gebaut. Leider kann die Operation nicht schon morgen stattfinden, da meine Blutgerinnungswerte noch nicht so sind wie sie sein dürfen. Das liegt daran, dass ich wohl zu spät mit Marcumar aufgehört habe. Das hätte ich wissen sollen...
Nun findet die Operation erst Freitag statt und ich bekomme bis dahin ein Mittel, welches Vitamin K enthält - das wirkt praktisch blutverdickend. Ich hatte kurz überlegt, ob ich mich wehren soll, von wegen so wenig Drogen wie möglich, aber ich habs dann gelassen. Krankenhaus ist drogenfrei-freie Zone. Ich nehme hier sogar gerne die abendlichen Einschlafhilfen - ohne eigentlich zu wissen was das für Zeug ist. Was ist das eigentlich für Zeug? Muß mal die Schwestern fragen.

Dienstag, 15. März 2011

Krebs auf noch höherer Ebene

Es fällt mir schwer an etwas anderes zu denken: Was meint Frau Merkel, wenn sie hintenrum durchblicken läßt, dass es bisher bei Sicherheitsüberprüfungen von Kernkraftwerken Tabus gegeben haben soll? Gruselig gruselig.
Aber zurück zum meinem eigenen Krebs.
Heute war das Abschlußgespräch mit meinem Chemo-Arzt. An sich nichts weltbewegendes.
Er hat den Zeitraum der Blutgerinnungsverringerung von einem halben Jahr auf ein Vierteljahr verkürzt. Er ist Experte auf diesem Gebiet. Die Ursachen seien beseitigt und es läge keine Veranlagung vor.
Über die Kur haben wir auch gesprochen. Er ist "auf meiner Seite". Ich werde ihm meine Begründung mailen und er wird auch eine Begründung, fußend darauf, schreiben. Auch werde ich nochmal mit den Leuten von der Wunschklinik reden, ob sie mir nicht bei der Argumentation etwas helfen können, von wegen Sportorientierung und so, damit ich auch nicht etwas behaupte, was so nicht stimmt.
Am Mittwoch komme ich ins Krankenhaus, aber ich befürchte, dass dann der Ausbau des Stomas noch nicht gleich anfängt. Der Grund ist, dass ich erst seit heute kein  Marcumar mehr nehmen soll. Wenn ich operiert werde, muß meine Blutgerinnung normal sein. Das Marcumar wirkt aber mehrere Tage nach. Und Medikamente zum Kompensieren gibt es zwar, aber die sind eigentlich nur für den Notfall gedacht. Na mal sehen, was die im Krankenhaus sagen.
Ich kann nicht anders und muß noch eine Frage zur Japanatomkrise stellen: Warum brauchen manche Politiker erst ein reales Beispiel, um das Konzept des Restrisikos zu verstehen? Und warum beschimpfen sie alle, die das schon  vorher verstanden hatten, als rückwärtsdiskutierende Ideologen? Sind die vielleicht ein bisschen - naja geistig nicht so äh - also aber Frau Merkel ist doch Wissenschaftlerin... 
...ok, das waren jetzt zwei Fragen und eine Vermutung.

Sonntag, 6. März 2011

Dunkel, Licht und Dämmerung

Müde vom Schlafentzug durch Rumtabumtamusik sind meine Gedanken von drei Fragen erfüllt:
1. Warum muß ein Nest wie Bickendorf einen eigenen Veedelszoch haben?
2. Warum muß der direkt unter meinem Fenster starten und enden?
3. Warum müssen die schon um Sieben mit dem Lärm anfangen und das am Sonntag?
... naja so hat jeder seine eigenen Probleme und die lässt man sich nicht nehmen.

Noch 9 Tage bis zur Stomazurückverlegung. Ich habe mich seit langem, wenn nicht gar seit Anbeginn von Allem, auf einen Krankenhausaufenthalt so gefreut.
Bezüglich der Kur gibt es als Neuigkeiten nur, dass es nichts Neues gibt. Ich habe nachgefragt, inwieweit man schon den Antrag abgeben kann und sollte. Es wurde mir gesagt, dass das nicht sinnvoll sei. Der Antrag muss vom Chemo-Arzt gestellt werden. Der ist aber erst am Montag (14. 3. 11) wieder im Lande. Am Montag hab ich auch mein Chemo-Abschlußgespräch. Vorher Stress zu machen sei nicht wirklich erforderlich. So muss ich jetzt erst bis dahin meine ausführliche Begründung (Weiß immer noch nicht, was der Unterschied zwischen einer Begründung und einer ausführlichen Begründung ist) fertig haben.

Ich wollte ein Foto vom "Zoch" machen, aber jetzt um zwölf ist der Spuk schon vorbei. Helau und Alaaf.

Dienstag, 22. Februar 2011

Chemo ist vorbei

Hurra, wieder ein "Meilenstein" abgehakt. Die vier Runden Chemo sind jetzt vorbei. Alles in Allem muß ich sagen, dass ich das relativ locker weggesteckt habe. Ein bisschen erhöhte Empfindlichkeit im Mund und ein bisschen Müdigkeit war im Prinzip alles.
Momentan bin ich dabei, mich um die Reha zu kümmern. Ich plane eine ambulante Variante. Meine Krankenkasse und die zuständige Rentenversicherungsanstalt werden da miteinander verhandeln, ob das möglich ist. Das Problem ist, dass die von mir präferierte Klinik in Leipzig ist, und da müssen wir (meine Krankenkasse und ich) der Rentenversicherungsanstalt klar machen, dass das ok ist. Es geht darum, dass ambulante Maßnahmen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Weise erreichbar sein müssen. Also muss ich in der Zeit in Leipzig wohnen. Dass das für mich kein Problem ist, ist hier zu verklickern. Mal sehen, ob 's klappt.
Wenn 's klappte (oder heißt das "kläppte"? (War 'n Scheerz)), dass wäre Super. Die Klinik ist cool (sehr sportorientiert) und in Leipzig zu sein, ist auf jeden Fall obercool. Da kann ich meinen dritten Enkel wachsen sehen - und das ist nur einer der Highlights...

Freitag, 11. Februar 2011

Der Port ist fort, das Blut ist gut!

Heute wurden die Fäden der Portentfernungsnarbe gezogen. Damit ist das Kapitel jetzt Geschichte.
Wegen des Thrombosevorfalls wurde ja nochmal eine genauere Blutuntersuchung in Auftrag gegeben. Die Ärztin hat mir bei der Gelegenheit auch gleich den Befund derselben mitgeteilt: Alles ist ok. Es fanden sich keinerlei Anzeichen dafür, dass ich von Haus aus eine erhöhte Thromboseneigung habe. Somit scheint es, dass ich einfach nur Pech hatte. Ist für mich ein wenig schwer zu glauben - es muß immer eine Ursache geben, auch wenn sie erst im Nachhinein ermittelbar sein sollte, aber vermutlich ist sowas einfach zu aufwendig und rechtfertigt nicht den Nutzen. Drum lassen wir das einfach mal so stehen...
Hab jetzt auch für den Arm meinen Thrombosestrumpf bekommen. Den hatten sie vor reichlich einer Woche vermessen und dann maßgeschneidert. Er soll dafür sorgen, dass das Blut wegen des Staus nicht "über die Dörfer" fließt, sondere sich trotz Enge an die "Autobahnen" (sprich Hauptvenen) hält. Den Strumpf muß ich tagsüber tragen und abends ausziehen. Der Strumpf sollte jeden tag gewaschen werden aber nicht weil er dreckig ist, sondern damit sich die Fasern über Nacht wieder ausrichten können. Hightecteil - kost auch knapp 400 Steinchen.

Dienstag, 8. Februar 2011

Port vs. Stoma

Ich muß hier mal ein mögliches Mißverständnis ausräumen. Bei meinem Krankenhausaufenthalt letzte Woche wurde nicht der Stoma zurückverlegt, leider. Man hat mir lediglich den Port entfernt, also das Teil, wo sie mir immer die Chemotherapie-Drogen eingefüllt haben. Die müssen jetzt also in altmodischer Weise über die Venen am Arm verabreicht werden. Ist aber ja nur noch eine Woche, so dass das nicht so schlimm ist. Im Nachhinein frag ich mich natürlich, ob das mit dem Port überhaupt so eine gute Idee war - alles in Allem. Ich hab eigentlich gute Venen. Die hätten das vermutlich ausgehalten. Andererseits weiß ich nicht, was in diesem Fall für Risiken zugeschlagen hätten. Wie man's macht ...
Am Freitag und heute war ich bei meiner neuen Hausärztin, Frau Dr. Punskaja, (die Dr. Hollmann "beerbt", der jetzt im Ruhestand ist und dessen Verdienst es ist, dass der Krebs bei mir (vermutlich) rechtzeitig entdeckt wurde). Es ging im Wesentlichen um die Einstellung der Marcumar-Dosis. Das ist immer mit Blutabnehmen verbunden. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Nächste Woche muß ich wieder hin. Früh um Acht! Da wird wieder Blut abgenommen. Das wird dann ins Labor geschickt und Nachmittag bekomme ich dann einen Anruf, wie die tägliche Dosis für die nächste Woche ist. Das geht immer so weiter. Wenn sich die Lage stabilisiert, muß ich dann vielleicht nur noch aller 14 Tage oder seltener zum Check.
Naja jetzt hab ich auch begriffen, dass man diese Sachen (also auch die Thrombosespritzen) immer lieber abends nimmt. Ich hatte sie immer früh genommen.
Die Thrombosespritzen kann ich jetzt zum Glück auch weglassen. Unnötig zu erwähnen, dass Selberspritzen nochmal eine Steigerung des (Maso-)Spasses war. Ade euch!
Diesen Freitag darf ich nochmal im Krankenhaus antanzen, zum Fäden ziehen.
Nächste Woche ist dann wieder Chemo. Und dann - nach drei Wochen Erholung - kann endlich auch der Stoma zuückverlegt werden. Licht am Ende des Tunnels.
Und dann kommt die Reha. Ich werde mir was raussuchen mit viel Sport. Ich hab da schon so eine Idee...

Donnerstag, 3. Februar 2011

Entlassen!

So, bin wieder zu hause.
Heute bei der Visite hat der Arzt mir nochmal zu verstehen gegeben, dass der Krebs, der Port und Chemo hinreichende Faktoren für die Thrombosegefahr sind, d. h. es muß nicht sein, dass es noch weitere Ursachen gibt. Das legen auch die bisherigen weitergehenden Untersuchungen (Blut, Herz, DNS) nahe. Da wurde wohl bisher nichts Bedrohliches gefunden. Das erhöht für mich die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses Marcumar nur vorübergehend nehmen muß. Das wäre toll.
So dass nur in aller Kürze. Muß jetzt zu meinen Philosophen.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Donnerstag komm ich raus

Morgen komm ich raus.
Soweit so gut. Allerdings gibt es auch Suboptimales zu berichten. Man fragt sich jetzt natürlich, wieso sich die Thrombose eigentlich gebildet hat. Denn normal ist das wohl nicht. Manche haben den Port jahrelang drin und es passiert nichts. Was dafür jetzt genau gemacht wird, ist mir noch nicht so klar. Auf jeden Fall lassen sie mich erstmal raus. 
Wie ich mit dem Marcumar umzugehen habe, wird mir vermutlich auch noch erklärt. 
Achja - und in zehn Tagen muß ich wieder rein, zum Fäden Ziehen von der Portentfernungsnarbe. Das ist aber nur ambulant. 

Dienstag, 1. Februar 2011

Habs verstanden

Jetzt hab ich mir das nochmal genauer erklären lassen (Danke Peter). Es ist so: An der Gefäßwand hat sich jetzt dieses Etwas angelagert. Das bleibt da und wird nur langsam abgebaut. Gleichzeitig wird sich weiter Metarial dort anlagern, abhängig vom Blutgerinnungsfaktor. Und das ist nicht gut. Genau da liegt das Risiko. Es wird mehr, dann löst sich ein Klumpen ab und macht Bambule als Lungenembolie oder sonstwas. Darum ist es gut, den Blutgerinnungsfaktor runter zu setzen.
... und die Konsequenzen in Kauf zu nehmen: Kein Handball und Vorsicht beim TaeKwonDo - Für ein halbes Jahr ab morgen. Scheisse.